Eine Reise nach einem Roman von Andrej Pavlovitsch Platonov. Premiere am 21. Februar 2010 im Künstlerhaus Schwandorf, Oberpfalz
Unterwegs nach Tschevengur
In Tschevengur wird die Sonne zum Weltproletarier proklamiert, und nun arbeitet sie für alle, wärmt und nährt sie ausreichend. Der Ortsvorsitzende des Revolutionskomitees, hält es durchaus für möglich, dass mit dem Eintritt des Kommunismus die Sonne nie mehr aufhören wird zu scheinen und es einen ewigen Sommer geben wird. Wie in Andrej Platonovs philosophischem Roman aus den Jahr 1929 sucht das O-Team an verschiedenen Spielorten nach der Utopie des kleinen russischen Städtchens Tschevengur. Der Roman dient dabei als literarische Folie, vor der nach alternativen Formen der künstlerischen und theatralen Produktion in einem interdisziplinären Kollektiv gesucht werden.
Die Grundlage der Performance wurde vom
12. bis 22. Februar 2010 in einer Residence im Künstlerhaus
Schwandorf erarbeitet. Unter dem Titel “Unterwegs nach Babylon”
trafen sich dort die Mitglieder von O-Team und formten das Basislager
für die Reise nach Tschevengur. In dem halbdokumentarischen Projekt
vermischt sich dabei der Arbeitsprozess der freien Theatergruppe mit
der Suche nach der Utopie Tschevengurs.
Welche Utopien sind für
uns heute noch relevant? Welchen Einsatz ist der Einzelne bereit
dafür zu bringen? Diese Fragen verband die Gruppe mit Motiven aus
dem Roman von Platonov in der szenischen Arbeit. Im Sinne eines
Selbstexperiments agierten die Mitglieder von O-Team selbst auf der
Bühne.
