O-Team
O-Team, das ist ein Wir. Ein Künstlerkollektiv, das sich aus unterschiedlichen Hintergründen speist, eine Forschungskommision, die sich mit brach liegenden Orten und utopischer Weltliteratur beschäftigt.
Wir, das sind bildende und darstellende Künstler, Musiker, Grafiker und Architekten. Wir arbeiten assoziativ und interdiziplinär. Unsere Leidenschaft gehört der ironisch-romantischen Geste, dem spielerischen Rundumschlag. Wir verwerten die utopischen Stoffe und Aspekte der Literatur-, Film- oder Musikgeschichte und schließen sie mit vorgefundenen Wirklichkeiten kurz.
Unser Anliegen ist es, die großen illusionären Stoffe, wie wir sie etwa im Science-Fiction-Genre oder in der russischen Literatur finden, in einfache performative Vorgänge und Bilder zu übersetzen. Wir loten aus, überhöhen und brechen herunter. Wir gehen politisch vor: indem wir die Differenz zwischen Utopie und Realität thematisieren.
Unser Augenmerk gilt dem Augenblick: Wir arbeiten prozessbetont und site-specific, aus einem leer stehenden Ort heraus, von einem Material ausgehend. Wir finden Ressourcen und machen sie nutzbar. Wir bringen unser Equipment, unsere Expertise als Zwischennutzer und eine Idee. Wir campen, diskutieren und arbeiten; lesen, singen und prozessieren. Wir zeigen Theater, Performance und Installation.
Unsere Arbeitsprozesse sind offen und interdiziplinär. Bezogen auf die Situation, die wir vorfinden, integrieren wir Laien in unsere Projekte, engagieren andere Künstler oder performen selbst. O. - das steht für Odradek, ein sich seiner Umgebung anpassendes, nicht fassbares, hybrides Fabelwesen. Team - das steht für Reibung und Elektrizität, für Zusammenarbeit und Gemeinschaft, für Einsatz und Wille sowie für den Prozess.
Wir bewegen uns zwischen Theaterszene und temporärer Architektur; zwischen Literaturtheater und öffentlicher Intervention; zwischen Performance und Installation. Wenn wir ein Gebäude bespielen, bewohnen und bevölkern wir es. Wir zelten, kochen und proben dort. Wir setzen uns mit dem Ort, einem Thema und einem Text auseinander und führen dann auf. Wir inszenieren Ausnahme- zustände, stellen uns utopische Situationen vor, spiegeln die Real-Situation mit unserer Fantasie.
Unsere Projekte finden in verlassenen Industriearealen, Künstlerkolonien, Bürogebäuden oder Redaktionsräumlichkeiten statt. Mitunter auch auf einer ganz normalen Theaterbühne: Auch dann verbinden wir Vorgefundenes mit Mitgebrachten, künstlerische Praxis mit urbanistischer Theorie, Erfahrung mit Improvisation.
Das ist unsere Vision. Eine politischer Begriff von Kunst. Ein Theater des direkten Schlagbabtauschs und des offenen Austauschs. In der Gruppe und mit unserem Publikum. Jedes Projekt ist eine größen- wahnsinnige Mission und muss von vorne begonnen werden.
Play your own Play!
Ständige Mitglieder sind: Antonia Beermann, Folkert Dücker, Marc Eberhardt, Luitgard Hagl, Sebastian Harreus, Samuel Hof, Julia Huber, Sonja Isemer, Dietrich Kuhlbrodt, Markus Niessner, Nina Malotta, Jelena Nagorni, Roman Scheffner, Julia Wallner, Jonas Zipf.
Außerdem arbeitete und arbeitet O-Team mit folgenden Künstlern zusammen: Aron Kitzig, Julius Bornmann, Sven Hussock, Paul Frick, Arash Safaian, Dorna Safaian, Gregor Siber, Vishni-Projekt, Ole Aselmann, Fabian Hesse, Patrick Timm, Sonja Nagel, Jan Theissen u.a.
