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O-Teams künstlerische Arbeit lässt sich am besten als ein Abgleich zwischen literarischen Utopien und recherchierten Wirklichkeiten beschreiben. Bisherige Produktionen spielten u.a. in der ehemaligen Wageninstandssetzungshalle und heutigen Künstlerkolonie der Stuttgart Wagenhallen („HermannSchlachten07“, 2007), in einem vormaligen Verwaltungsgebäude der Münchner Firma infineon („Treffpunkt Golgatha“, 2008), in den verlassenen Redaktionsräumen der Süddeutschen Zeitung („Blaupause“, 2009) oder auf der historischen Hofmeierei des Darmstädter Großherzogs, dem heutigen biodynamischen Hofgut Oberfeld („Kirschgärten“, 2009). Stets thematisierte die Arbeit die architektonischen, wirtschaftlichen und sozialen Umnutzungs- und Umwälzungsprozesse, die sie an den brach liegenden Orten vorfand: Die Inszenierungen beschäftigten sich mit den Lebensentwürfen, den persönlichen und gesellschaftlichen Utopien der dort noch oder nicht mehr lebenden Bewohner.

In diesem Sinne wurden die Künstler der Gruppe wiederholt als „Zwischennutzer“ oder „Zwischennutzungsexperten“ bezeichnet. Tatsächlich bespielen sie die vorgefundenen Gebäude in der Regel nicht nur, sondern nutzen diese auch temporär und wohnen darin. Ihre Vorgehensweise nimmt dabei starken Bezug zu den Metaphern der temporären Architektur (Recycling/Wiederverwertung brach liegender Ressourcen, „Situationspotential“ etc.) und beschäftigt sich vielfach mit städteplanerischen Zusammenhängen und urbanistischer Theorie.

Ferner lässt sich die Arbeitsweise von O-Team auch als interdisziplinär beschreiben: Über den traditionellen Theaterhorizont der Arbeit zwischen Regisseur, Dramaturg, Bühnen- und Kostümbildner, Schauspieler etc. hinaus arbeitete die Gruppe wiederholt mit bildenden Künstlern und Architekten. Projekte entstehen n einem längeren und zu Beginn ergebnisoffenen Prozess des Austauschs zwischen den verschiedenen Fachexpertisen.